Puerto Viejo y el Parque Nacional de Cahuita

Das hübsche quirlige Städtchen Puerto Viejo liegt idyllisch zwischen goldenen Karibikstränden, schwarzen Surferstränden und Regenwald. Früh morgens gehört das Städtchen den Einheimischen und einigen Dutzend geierartigen Raubvögeln, die sich über die Abfälle her machen. Geweckt wird man übrigens schon vor 5 von Vogelgezwitscher, welches bezüglich Lautstärke jedes Rock Konzert wie Kinderkram wirken lässt.

Nachdem mein voraus ausgesuchtes fancy Frühstückscafé prompt geschlossen war, gabs ein typisch Costa Ricanisches Frühstück mit Gallo Pinto und Eiern.

Auch die Tourivariante mit Pancakes ist nicht wirklich ein Leichtgewicht, dafür fein!
Cafe Pan y Chocolate

Lecker, aber noch nicht mal mehrere Kilometer Fussmarsch im Nationalpark konnten dieses Frühstück verdauen, wollten deshalb zum Lunch nur was kleines und haben die beiden günstigsten Gerichte auf der Karte bestellt – so kann man sich irren, pro Teller wären locker drei Personen satt geworden.

Abends hatten wir eigentlich noch gar nicht wieder Hunger, wie auch. Aber hey, die Restaurants sind geöffnet, also muss man nur schon wegen des Feelings essen gehen. Na dann gibts halt es Salötli, phu, auch hier gibts ein heimische Portionen, das Teil ist mit Speck, Käse und Bananenchips gepimpt…

Auch meine Strategie, anstatt in kleine einheimischen Sodas in fancy und überteuerten Touristenrestaurants essen zu gehen, ist portionenmässig heillos gescheitert. Trotz ausgefallenem Lunch habe ich schlichtweg keine Chance, ein geschätztes halbes Kilo Tuna samt Beilagen zu verputzen. Leute, ich muss wohl hier bleiben, passe bestimmt nicht mehr in meinen Flugzeugsitz…

Ach nö, das war erst die Vorspeise…
Der Teller war übrigens gute 40 cm breit…

Aber nicht nur mit dem Essen sind die freundlichen Ticos grosszügig, auch andere „Gaumenfreuden“ werden einem regelmässig angeboten, da gibt es Weed, Grass, Coca oder der Einfachheit halber nur „high“. Ich schwörs, ich habe in 6 Wochen Kolumbien nicht soviele Drogen angeboten bekommen wie hier innerhalb von 48 Stunden; wirklich seeehr freundlich diese Ticos…

Aber nebst dem Essen und andern Freuden ist der Cahuita Nationalpark das eigentliche Highlight dieser Region, zumindest meins. Beim Parkeingang auf der Seite Cahuita führt ein beinahe schon flipfloptauglicher Sandweg direkt der Küste entlang, d.h. links der Blick aufs  Meer, rechts der Regenwald.

Und vor 10 Uhr hat man den Park aktuell beinahe für sich alleine. Ich hatte etwas Bedenken, ob wir wohl ohne rumstehende Touris, Tourgruppen und Guides, bei denen man etwas spionieren kann, überhaupt was sehen, aber siehe da. Kaum 20 Meter im Park hat sich ein Brüllaffe von seiner sprichwörtlich männlichsten Seite gezeigt; dieser Blick auf leuchtend weisse Affeneier ist echt schwer zu schlagen.

Einiges anständiger und weniger anstössig „posiert“ dann ein junges Faultier für uns.

Während beim Faultier etwas mehr Action wünschenswert gewesen, haben diese vier Rabauken von Waschbären beinahe etwas zu viel geliefert. Total verspielt tollen sie über einen Baumstamm und auf einer Palme herum, so dass ein scharfes Foto beim dämmrigen Licht im Regenwald schlichtweg unmöglich war. Aber herrlich zuzuschauen wars allemal. Dass die Palme dem närrischen Treiben irgendwann mal nicht mehr Stand halten vermochte und sich von drei Palmblättern verabschiedet hat, hat bei uns für herzliches Gelächter und leider für ein Ende des Spiels gesorgt.

Auch die Blaue Krabbe ist nicht ganz einfach zu erwischen, wegen der vielen Jäger ist sie extrem nervös und verschwindet in der Regel innerhalb von Sekundenbruchteilen, ich hatte Glück…

Diese Guys hier liebe ich, zwar ist es  einermassen unerwartet, Einsiedlerkrebse auf Dschungelbäumen zu finden, aber hey, die Tierchen halten still und sind fotofreundlich und ich muss ja auch nicht alles verstehen.

Noch viel toller aber war dieser giftgrüne Basilisk, der regelrecht posiert hat. Nur seinen coolen Hautlappen oder Kamm am Hinterkopf wollte er partout nicht aufstellen.

Das tolle am Cahuita ist, dass man zwischendurch immer mal wieder Strand Zugang hat, ein Päuschen einschieben und, wenn die Strömungen es zulassen, sogar baden kann😎.

Und wer genügend Geduld, Zeit und gute Augen mitbringt, wird auch belohnt.

Der Parkeingang auf der anderen Seite von Puerta Vargas her bietet ein komplett anderes Erlebnis. Auf einem Bardwalk spaziert man zumindest die ersten 2.5km gemütlich durch den Regenwald, unter sich den sumpfigen, lebendigen Boden. Die Fauna, die Flora, die Gerüche, das Licht… Es ist fantastisch, unglaublich vielfältig und eindrücklich.

Der Grund weshalb ich auch beim schönsten Boardwalk ganz gerne mit richtigen Schuhen unterwegs bin, liegt nebst höchst unfreundlichen, dornenbewehrten Pflanzen bei allerlei Krabelviechern… Auch Giftschlangen sind unterwegs, haben sich aber noch nicht gezeigt.

Auch hier kann man sich am Ende des Boardwalks am Beach eine Pause, ein Schäfchen, einenBrownie, ein Bad oder verbrannte Füsse für das perfekte Palmensujet gönnen.

Auf dem Rückweg haben sich dann Affen von ihrer besten Seite gezeigt. Brüllaffen künden Ihre Präsenz durch ihr Gebrüll über mehrere Kilometer hinweg lautstark an. Wenn es dann aus dem blauen Himmel heraus plötzlich unerwartet regnet, weiss man auch, was es geschlagen hat. Hat Markus mich tags zuvor beim Begutachten von vermeintlicher Affenscheisse noch ausgelacht und gemeint, meine Taktik, genau dort stehen zu bleiben und nach oben zu kucken könnte Folgen haben und meine Erwiderung: „wenn ich dafür Affen zu Gesicht bekomme, lasse ich mir gerne auf den Kopf pissen“ nicht ganz ernst genommen hat, wurde er jetzt eines Besseren belehrt. Ohne in die Details zu gehen, es hat geplätschert und wir haben Affen gesehen…

Aber nicht nur Brüllaffen sondern auch Kapuziner lassen sich blicken, vorausgesetzt man hält die Augen offen. Irgendwie muss man sich zuerst wieder daran gewöhnen, mit offenen Augen durch die Gegend zu gehen und auf Neues zu achten, viel zu lange haben wir uns beinahe ausschliesslich „ums Haus rum“ in bekannten Gefilden bewegt…

Anstrengende Tage schreien nach einer Belohnung, zudem soll man ja die lokale Bevölkerung unterstützen. Aktuell sind anscheinend nur rund ein Viertel der sonst üblichen Menge an ausländischen Touristen unterwegs.

2 Gedanken zu „Puerto Viejo y el Parque Nacional de Cahuita“

  1. Hey Marietta,
    Du verstehst es wirklich Ferienerlebnisse zu erzählen!
    „es hat geplätschert und wir haben Affen gesehen…“ 😂😂😂 Ich krieg mich kaum noch ein vor lachen… Kopfkino ausschalten geht auch nicht 😂😂😂
    Gibts ein Foto von Dir von unmittelbar nach dem Intermezzo?
    😆
    Grüessli, Carolina

    1. Hi Caro, nix da Foto😎, bin ja auch nicht brav stehengeblieben, dafür haben wir jetzt ’nen running Gag..

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