Bye Bye Schweiz, Schnee, Kälte und Lockdown

Eigentlich hatte ich diesen Blog im Kopf schon halb formuliert, aber jetzt habe ich schon meine erste Nacht in Costa Rica hinter mir, liege schon vor 8 Uhr morgens in der Hängematte, fühle mich pudelwohl und warte auf mein Desayuno und Markus, der ist irgendwie noch am Packen. Da habe ich gar keine Lust mehr über Horrorzustände beim Check-in in Zürich oder schmerzende Ohren nach stundenlangem Tragen der Maske aufer Reise zu lamentieren, ist halt so. Nur ein Tip an alle, die sich in nächster Zeit in ein Flugzeug wagen, vermeidet einen Check-in am Samstag Morgen. Ich hatte letztes Mal beinahe meinen Flug verpasst und war mehr als zweieinhalb Stunden vorher am Flughafen. Beinahe alle Flüge am Samstag laufen über den Check-in 1 und die habens echt nicht im Griff. Weil ich das Problem ja kannte, habe ich mir mal die Abflüge genauer angesehen und siehe da, beim Vorabendcheckin habe ich endlich auch mal die leeren Abflugshallen aus den Medien gefunden.

Freitagabend
Selber Ort am Samstagmorgen

Im Endeffekt kann man am Flughafen den Leuten aber einfach nicht ausweichen und ich empfehle jedem, sich eine FFP2 Maske ins Gesicht zu peppen und eine Flasche Desi und Desitücher auf Mann zu haben.

Ansonsten war ich auf dem Flug richtig froh, meine eigene Reiseverpflegung dabei zu haben, so konnte ich dann essen, wenn alle anderen ihre Maske wieder angezogen hatten und mich gleichzeitig um verkochte Pasta oder einen schlichtweg ungeniessbaren Rüebli Wrap drücken. Stellt euch mal vor, grüne dreilagige kalte Tortillas mit einer Füllung aus rohen geraffelten Rüebli mit Schmelzkäsestücken und viel viel Basilikum. Nur schon die Konsistenz ist zum davonlaufen, aber Basilikum und Rüebli? Einfach nur hässlich. Da haben die ersten Mahlzeiten in Costa Rica doch gaaaanz anders überzeugt; und nicht nur, weil ich sie nicht selber kochen musste😁.

Wie beinahe unschlagbar schön Costa Rica Landschaft ist, zeigt nur schon die knapp fünfstündige Fahrt von San Jose nach Puerto Viejo. Ein Teil der Strecke führt durch primären Regenwald. Die Baumriesen sind einfach nur eindrücklich. Ein Baum besteht hier nicht einfach nur aus Stamm und Krone, sondern aus x verschiedenen Pflanzen, da ranken sich efeuartige Gewächse hoch, Lianen hängen runter, Moos wächst am Stamm und Orchideen sind auch zu sehen. Ein einziger Baum hier ist ein halbes Ökosystem.

Ganz normaler Baumstamm

Noch keine 24 Stunden im Land sehen wir auch schon die ersten Affen, zwar hoch oben in den Bäumen und im Gegenlicht, aber hey, es sind unsere ersten Affen!

Bei einem, hm Kaffe Stopp ist falsch, aber Fruchtsafthalt klingt auch seltsam. Egal, wir haben vom Restaurantsitz Kaimane gesehen.

Restaurants hier sind sowieso einfach nur spannend, mal abgesehen davon, dass sie offen haben, ist es hier schlichtweg keine Option ohne saubere Hände reinzulaufen, dasselbe gilt für Supermärkte, da werden einem die Hände serviceorientiert gleich zwangsdesinfiziert. Hier ist alles offen, auch die Landesgrenzen selbst, aber reduzierte Sitzplätze in den Restaurants, rigoroses Drechpfotenwaschen und ernst genommene Maskenpflicht in Läden und Restaurants bis nach der Bestellaufnahme führen aber dazu, dass das Land das Virus scheinbar mit links im Griff hat. Keine 150 Neuansteckungen täglich, wobei bei einem positiven Fall gleich die ganze Familie als positiv gilt. Man fühlt sich sicher, wäscht brav seine Hände, bleibt einigermassen auf Abstand, dabei geht aber das Leben weiter mit offenen Läden und Restaurants, man hört Stimmen und Musik in den Strassen – endlich wieder Lärm, es ist herrlich! Aber zurück zu den Restaurants, die einheimischen Sodas rangieren von wunderschön und herrlich farbig, dabei sehr einfach bis trocken und düster.

Soda
Herd

Und morgen, morgen geht’s ab in den Nationalpark, Faultier suchen oder an den Beach, mal schauen, ob sich Markus oder ich durchsetzen… Meine Chancen stehen gut, heute Abend hats noch geregnet, was zu extrem gefährlichen Strömungen an der Küste führt, anscheinend sind an den umliegenden Stränden nur schon in den letzten vier Wochen drei Menschen ertrunken.

Aber jetzt sitzen wir erstmals im Café, trinken Espresso, schwelgen in Schokoladenträumen und blicken durch den Tropenregen aufs Meer.

2 Gedanken zu „Bye Bye Schweiz, Schnee, Kälte und Lockdown“

  1. Hey Marietta,
    Super, ihr habt es offensichtlich ins Paradies geschafft!
    Rüebli und Basilikum, nicht dein, ähnlich nein, nicht der Fluggesellschaft ihr Ernst – würg 🤪

    Ich wünsche euch ganz tolle, erholsame Ferien und freue mich jetzt schon auf die Fotos der Faultiere 🦥…
    Grüessli, Carolina

    1. Hi Caro, jaaa, es fühlt sich tatsächlich wie das Paradies
      an, es ist herrlich hier!!! Faultiere folgen bestimmt, sobald ich ein Foto habe, dass mehr als ein Fellknäuel auf dem Baum zeigt und ich mich zum Schreiben aufraffen kann😆

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