San Jose

Bye bye Monteverde. Üseri Reis nöcheret sich em Endi und mir muend üsers geliebte Monteverde verloh. Nochem mir bide Ufefahrt schlichtweg de Nerv nüme ka hond, zum für es Föteli z’stippe, machemer das jetzt ufem Weg is Flachland.

Noch all üsere Stauerfahrige simmer vorsichtig, fahres früe los Richtig San Jose und was isch, nix, ganz smoothe Verkehr, sogär en Stop liit drin,

bevor mir üsers Äuteli muend zrugg geh und üs im Hostel in San Jose iquartiered, wunderschön isches, also s’Hostel, nöd San Jose.

Viajero San José Hostel

San Jose isch en Moloch. Uf dä Suechi nocheme Outdoor Cafi laufemer zielstrebig Richtig Zentrum, wohne tuemer im sichere Barrio Otoya. Nur, mir findes keis, alles Indoor, es wird au kalt. Das erklärt au, wieso nur mir doofe Touris i kurzr Hose unterwegs sind, mer kond üs schön deplatziert vor.

Also schön isch die Stadt nöd, sehr dreckig, überall Penner und erscht ufem Rückweg zum Hostel findemer einige, wenige schöni alte Gebäude.

E ganz neui definition omene öffentliche WC…
Nationaltheater

Am Obet hommer üs vom Schock es biz und finded es härzigs Restaurant, nur schad isch s’Ässe am Rande des Geniessbaren… Mer bruuched beide es Bier und es biz Pubfood hinterher.

Ufem Weg zum Desayuno is Barrio Escalante findemer en huufe cooli Murales.

Au isch das Barrio richtig härzig

Üsers letschte Gallo Pinto

und mir wörfed kurzerhand de plante Touri Sighseeing Trip wo üs scho gescht i dä hässliche Egge gführt hät über de Huufe, lond üs es biz triibe

Post Office

und lueged nur no de mercado a.

Am Endi wirds doch no en schöne Ufenthalt und San Jose lohnt sich, wenn me vorem Abflug no vorige 24 Stund Ziit hät. Für üs heissts jetzt aber leider, bye bye Costa Rica, es isch herrlich gsi!

Monteverde

Phu, auf diese Käfeli in Monteverde mussten wir lange warten,

aber zumindest gibt es unser Lieblingskaffe noch, wenn auch umgebaut und vergrössert, dafür jetzt mit einer eigenen Rösttrommel.

Tja, Costa Rica ist ein Kaffeland

Also kurz check in und dann ab an die Kaffee Bar.

Diesmal bin ich unschuldig, Markus hat uns ins Hostel eingebucht, der Name „Pension Santa Elena“ kann aber auch verwirren….

…egal, uns gefällt, zumindest bis uns die Motorräder nachts wach halten…

Wir freuen uns insbesondere auf das private, etwas weniger bekannte Curi Cancha Reserva. Die Wanderwege hier sind fast blütenblätterartig um einen Picknickplatz mit WC angeordnet, so dass man immer wieder entscheiden kann, wie weit man noch latschen möchte. In anderen Reserves zwingt zumindest uns immer wieder die Blase zu einer Routenkürzung, die einzige Alternative ist Dehydrierung…. Das Schöne hier, es ist nicht überlaufen.

Schon ganz am Anfrang beim Pond hören wir es im Gebüsch rascheln und sehen zuerst einige Nasenbären und dann diesen grünen Tucan.
Er wohnt in einer Baumhöhle, sieht lustig aus, wenn er so raushüpft
Da bekommt der Begriff „vermischt“ doch gleich eine ganz andere Bedeutung…
Schrecke
Kolibris
Kolibri Feeder, an anderen Stellen mussten sie bereits entfernt werden. Anscheinend werden aufgrund der Feeder weniger Blüten bestäubt.
Voilà, da ist er, der Regenbogentucan. Leider unglaublich weit weg, von blossem Auge hatte ich nur etwas auf einen Baum flattern sehen, nur mit dem Fernglas war er dann erkennbar und Monsterzoom sei Dank haben wir sogar ein Foto als Erinnerung.
Eigentlich sind wir wegen der Aussicht in dieses Cafe

Der Selvatura Adventure Park begrüsst uns mit Nieselregen, es heisst nicht umsonst Nebelwald, hier ist man irgendwie immer nass. Der Park lockt einerseits mit den Hängebrücken und tollen Aussichten über den Nebelwald, andererseits aber mit Adventure und Zip Lining. Gut für uns, sind doch die meisten Leute nicht an der Natur, sondern am Fun Park interessiert.

So haben wir die Spazierwege und Hängebrücken zumindest am Anfang noch ganz für uns alleine.

Ab und zu hangelt sich ein Kapuzineräffchen durch die Baumkronen

Dann aber, Menschen! Und wie! 😀

Ein Brüllaffe hat sich in einem Baum nahe der Hängebrücke versteckt. Wir grinsen und traben weiter, schliesslich hatten wir das Äffchen vorher die längste Zeit für uns alleine.

Ein deutsches Pärchen sucht den Regenwald mit Hilfe der Merlin Bird App nach Vogelstimmen ab. Ziel, den berühmten Göttervogel Quetzal anhand seiner Stimme zu identifizieren und die sektene Schönheit zu Gesicht zu bekommen.  Schon Tutanchamun hat sich mit seinen Federn geschmückt.

Und hallo, wir hören das Tierchen tatsächlich mehrmals, nur zeigen mag sich das Mistvieh nicht, grrr ..

Egal, so wirklich damit rechnen darf man sowieso nicht. Die Pflanzenwelt ist aber auch sehr beeindruckend. Gewaltig, wie viel Nutzniesser sich auf einem Baum einnisten.

Dann aber, wir hören den charateristischen Ruf des Quetzals plötzlich ganz nah und Markus erspäht die Schönheit zwischen den Blättern. Monstertele, ruhige Hand und menschenleere Hängebrücke sei Dank und wir schiessen das begehrte Foto.

Die letzten Trampeltiere einer Kreuzfahrtgruppe hatten zum Glück die Brücke gerade verlassen, inklusive Guide und den unvermeidlichen Kopfhörern, sonst wären wohl alle Fotos verwackelt 🙂

Vor 5 Jahren gab es noch einen Kolibrigarten, dieser musste leider aufgelöst werden, auch deshalb hatten wir anfangs wegen der doch heftigen Preise gestöhnt, aber nur schon für das Feeling, sich auf den Hängebrücken durch die Baumkronen zu bewegen lohnt es sich. Für die Kolibris versuchen wir unser Glück im nur 500 m entfernten Nature Reserva Bosque Nuboso Santa Elena. Doch auch dort sind die Futterstellen mittlerweile abgebaut und wir entscheiden uns für die Rückfahrt und etwas zu essen.

Auf dem Rückweg entdeckten wir noch einen Nasenbären….

Und jetzt? Das nächste Reserva? Nö, wir haben eigentlich alles gesehen und entscheiden uns für einen faulen Nachmittag und einen gemütlichen Drink mit Aussicht.

Café El Despacio
Pura Vida!

Der Ort Santa Elena gefällt uns immer wieder. Mit seinen vielen Cafés, Restaurants mit Aussenplätzen und Souvenierläden wirkt es freundlich und ist untypisch für Costa Rica auch nach 8 Uhr abends noch nicht komplett ausgestorben. Man kann spät abends noch gemütlich durch den Ort schlendern, in den schon geschlossenen Läden brennt noch Licht, nichts ist vergittert und es wirkt einladend.

Leider heisst es schon wieder bye bye Monteverde. Aber diesmal nehmen wir die tolle Landschaft bewusst wahr.

Kameracrash…

ein ungeplanter 12 Stunden Fahrtag und via Puntarenas nach Monteverde.

Wir überlegen hin und her, ursprünglich sollte es nach 4 Nächten Tortugero direkt nach Monteverde gehen. Weil das aber eine verkehrstechnische und zeitliche Herausforderung darstellt, hatten wir vor dem Kameracrash schon entschieden, einen Tag früher weiterzureisen und dafür eine Nacht auf halber Strecke in La Fortuna einzuplanen. Jetzt stellt sich die Frage, ob wir auch dieses Hotelzimmer ungenutzt lassen und versuchen in San Jose eine neue Kamera aufzutreiben… Makus meint, ich drehe durch, wenn ich in Monteverde ohne Kamera dastehe und sich nochmals ein Tucan zeigt… Also, wir versuchen es, mit dem 7am Boot auf nach San Jose, Ziel Monteverde, Backup Puntarenas.

Sh… noch vor dem Frühstück

Öhm, nicht die ganz gesunde Variante, aber heute brauchen wir den Zucker!

auf dem holprigen Zubringer nach Pavlona werden wir zurückgewunken, „no hay paso, camina muerte“ heisst es, also Umfahrung, passt schon.

Staubige Umfahrung

Sh… zum zweiten, auf der Careterra Braulio Carrillo stockt es zuerst, dann steht es, aber so richtig.

Mein persönlicher Albtraum…

Ein Lastwagenfahrer mit Funk meint: „hay un muerte“, Verkehtstoter… 3 Stunden und 2 km später sind wir immer noch 11 km von San Jose entfernt, nix geht mehr und unsere Blasen meckern. Da ziehen einige Fahrzeuge auf die Gegenfahrbahn, Markus hintennach (mit 5 andern vor der Nase ist das Risiko abschätzbar), es genügt bis zum nächsten Soda (einfaches einheimisches Restaurant) mit WC, Gott sei Dank. Im Soda meinen sie, der Unfall sei vor x Stunden passiert und wir haben jetzt noch mindestens schon 10 Ambulanzen in beide Richtungen sehen, 15 min und 100 Meter weiter ist klar, da gehts nix mehr… frustrierend, insbesondere weil San Jose am Horizont bereits sichtbar ist.

San Jose in der Ferne…

Eine weitere leicht halsbrecherische Aktion finden wir eine kleine Gebirgsstrasse und ab mit uns, es fährt und eine Route finden wir auch.

Yeapeee, Ausfahrt gefunden!
Stadtverkehr mit allen möglichen Verkehrsteilnehmern

Dann geht es easy, der Kameraladen hat wie angefragt eine Nikon Coolpix 1100 vorrätig, die einzige Alternative, wenn ich nicht noch eine Spiegelreflex kaufen möchte. Das man mit dem Teil nicht nur fotografieren, sondern auch Einbrecher erschlagen kann, wird mir erst später klar. 3000mm optisches Zoom, nette Spielerei, aber ohne Stativ unmöglich zu halten, meinen wir…

Mein neuer „Totschläger“

Wir schaffen es pünktlich zum Sonnenuntergang an die Pazifikküste, zwar ungeplant, aber trotzdem wunderschön.

Etwas später in Puntarenas finden wir ein tolles Hospedaje

und dann 12 Stunden und 212km  nach Start unserer Odyssee ein wohl verdientes kühles Bier.

Einige Eichhörnchen und eine Autofähre müssen für Kameratests herhalten…

35mm
Volles Zoom, eigentlich von Hand nicht wirklich haltbar, ein Stativ wäre toll…
Der Fototest mit Markus ist spannender…
Aber er ist einfach zu nah, nochmals die Spielerei mit der Fähre…
Ja doch, ist lesbar…

Eine kurze Sight Seeing Tour durch Puntarenas.

Oke, nicht die nobelste Desayuno Location

Dann aber los, ab Richtung Montevere und sh…. schon wieder Stau. Nach 15 Min wenden wir und suchen einen Weg durch die Felder. Nachdem weder Google Maps noch Waze eine fahrbare Strasse finden, besticht Markus maps.me und siehe da, es gibt eine Strasse, nur ‚befahrbar‘?….

Die Gravel Road stört uns nicht, kennen wir, aber das geschlossene Gatter ist unglücklich. Wir haben ein deja vu; Nicaragua und Privatgrund lassen grüssen. Zum Glück steht da ein Wächter, meckert etwas, wir entschuldigen uns reumütig und er öffnet mit ‚erhobenem Zeigfinger‘ das Gatter – mein Schatz mal wieder….

Adios Stau, holà Monteverde.

Parque Nacional Tortuguero

„Wenn das en Tucan isch, bissi id Tischplatte“.

Eine eigentlich seltsame Aussage, gerade weil wir im Tortugero schwer auf eine Tucansichtung gehofft hatten. Aber zuerst erwarten uns die rund vierstündige Fahrt sowie der Bootstransfer zum Nationalpark. Die Fahrt ist landschaftlich sehr schön,

Öhm, in welche Richtung jetzt genau?

die spannenden Bananenplantagen aber bittersüss. Weil die internationalen Anforderungen an die Normgrösse stetig steigen, wird immer mehr Dünger eingesetzt, um grössere Früchte zu produzieren. Die Folge, der Boden wird schneller ausgelaugt,  und deshalb immer wieder Regenwald für neue Felder gerodet, hässliche Bilder mit noch hässlicheren Folgen.

Dafür ist die Bootsfahrt einfach nur schön, auch wenn unser Kapitän ewigs nicht losfährt. Etwas doof haben wir beim Parking drein geschaut, heisst es doch überall 10USD pro Tag, wir haben mit 10’000 Colones aber rund das Doppelte bezahlt, tja,  Tag ist nicht = Nacht…

Bootshafen
En gnaue Blick uf die Sandinseli lohnt sich
Hoch ufe id Bäum au

In Tortugero waren wir zuerst etwas geschockt. Da ist einiges gelaufen, seit wir vor 5 Jahren während Corona hier waren. Lustigerweise, ist um 6 Sonnenuntergang, dann schliessen auch alle Läden mit Ausnahme der Supermärkte, direkt anschliessend ist Dinner Time. Gegen 7  spätestens um 8 schliessen alle touristischen Einrichtungen.  Für die Touris ist dann Zapfenstreich und die Stadt gehört wieder den Einheimischen, Musik erklingt und  in den Parks wird gegrillt.

„Hauptstrasse“, auf Tortugero gibt es ausser Booten keinen motorisierten Verkehr
Hauptstrasse mit Souvenirshops
Einheimisches Häuschen
Supermercado
Supermercado
Eier
Kakaobohne
Agua de Pipa (Kokoswasser)
Abfalleimer neben dem Grill
Public Toilet🤔

In unserer Unterkunft muss ich lachen, Markus hat sich beim Buchen anscheinend ein zweites Mal verklickt und versehentlich dieselbe Unterkunft wie auf unserer grossen Reise 2018 gebucht. Schön günstig und hübsch farbig, leider etwas sehr penetrant, wenns ums Andrehen von Touren geht. Das Ding ist zusammen mit zwei weiteren Unterkünftenn zu gross geworden, entsprechend gross sind die Gruppen auf den Touren.

Hotel el Icaco, vorher Cabinas el Icaco
Besuch im Hotel
Immer nett sein zu den Locals, dann zeigt einem auch der Nachwächter den Papagei hoch oben im Baum
Regenbogen Tucan, den hatten wir direkt bei der Ankunft auf dem Weg zum Hotel erspäht, leider weit weg, im Gegenlicht und halb versteckt.

Wir wollen unsere Kanufahrt wieder mit Ernesto machen. Der alte Tico ist ein Nachfahre der beiden ersten Familien auf Tortugero, eine kleine Legende und ein richtiges Lexikon an Wissen. Als wir ihn sehen, sind wir erst mal so richtig betroffen, er rollt uns im Rollstuhl entgegen. Anscheinend hat er aufgrund von Bakterien im Trinkwasser kürzlich ein Bein verloren, also Vorsicht beim Leitungswasser, auch wenn es in Costa Rica ansonsten trinkbar ist. Er ist aber guten Mutes, bekommt nächstes Jahr seine Prothese und rudern kann er immer noch, Pura Vida!

In der Nacht vor unserer Kanufahrt regnet es, und wie:

Die Kanufahrten (nicht mit den Kajakfahrten zu verwechseln) sind extrem gemütlich und haben etwas mystisches, sobal man in die kleinen, ruhigen Kanäle paddelt,  die für die Motorboote gesperrt sind.

So würde eine grössere Tour aussehen…
Klammeraffe
Auch eine nette Ansicht
Ah, da ist er ja…
Bootschnabelvögel
Kaiman, gut getarnt das Tierchen
Das etwas grössere Exemplar, und DIESER Blick…
Back in Town

Desayuno gibt es erst hinterher, schliesslich starten die Fahrten schon um 6.

Gallo Pinto con carne en salda
Sieht nur aus wir Cocktails, sind unschuldige Fruchtsäfte

Anschliessend lockt der Jaguar Trail.

Wir hatten immer auf Pfeilgiftfrösche gehofft, aber nie welche gesehen. Dank Ernesto wissen wir jetzt, dass die kleinen Ranas klingen wie Grillen, nur etwa 1cm gross und rot mit blauen Beinen sind. Zu finden am Anfang des Walks in den Wurzeln der Ficus Trees. Und halleluja, Markus hat Augen wie ein Luchs.

Später sehen wir auch Affen

Öhm nö, das ist ein Faultier
Das wär er, tolle Gegenlichtaufnahme🫣

Immer wieder Strandzugänge

Wir sind immer wieder fasziniert, ein einziger Baum stellt hier ein ganzes Ökosystem dar, man erkennt kaum noch, welche Blätter vom Baum selbst stammen und welches Symbioten sind.

Ein Night Walk ist immer etwas besonderes, sieht man doch nachtaktive Tiere, die sich tagsüber nicht zeigen. Wichtig, geschlossene Schuhe, lange Hosen und lange Ärmel, man schleicht ziemlich durchs Gebüsch und Spinnen, Schlangen und andere nette Tierchen lassen grüssen.

Genau deshalb lange Klamotten…
Gut getarnter Basilisk, links ist der Kopf
Schlafendes Faultier

Unser Highlight natürlich der Rana de Ojos Rojos, was freue ich mich über diese gelungene Aufnahme.

So sehen sie schlafend aus

Weil man immer wieder andere Sachen sieht, gönnen wir uns eine zweite Kanufahrt

Basilik Weibchen
Basilik Männchen
Kaiman, extrem gut getarnt

und gleich auch einen zweiten Marsch auf dem Jaguar Trail.

En 🖤 Schmetterling

Doof nur, dass meine Kamera nach der Kanufahrt den Geist aufgibt. Egal was ich versuche, ich bekomme nur noch Fehlermeldungen, grrr…

Zum Glück, haben wir bis auf den Tucan an sich alles gesehen… aber Murphy lässt grüssen und das grossschnablige Vögelchen sitzt natürlich prompt jetzt auf einem Ast, schön fotogen am Posen während wir mit unseren Handykameras doof dastehen.

Iguana, mangels vernünftiger Kamera halt als Video
Falls man mal Durst hat

Jetzt ist guter Rat teuer…

Las Playas al sur de Puerto  Viejo y Refugio Nacional Gandoca-Manzanillo

Eigentlich hatten wir Puerto Viejo als Start für unsere Reise gewählt, weil sich hier faule Strandtage perfekt mit Nationalparks kombinieren lassen. Also ab an die Playas südlich von Puerto Viejo.

Das junge Partyfolk liebt die belebte Playa Cocles.

Unser Favorit bei der letzten Costa Rica Reise war die schöne, relativ ruhige und strömungsfreie Playa Escondida, resp. Playa Punta Uva. Jetzt hatte es uns mit den ganzen Kayaktouren etwas zuviele Leute und nachmittags verschwindet der Schatten.

Fluss auf dem Kayakfahrten gemacht werden

Diesmal hat uns Arrecife, Punta Uva viel mehr begeistert, nicht zuletzt wegen des gemütlichen Beizchens La Sirena.

Wenn man da der Sandstrasse lange genug folgt, kann man richtig schön schattig parkieren und unter Palmen liegen.

Die Sonnenuntergänge hier sind beinahe unschlagbar.

Den Sonnenuntergang mussten wir uns aber zuerst verdienen, irgendwie hats uns nämlich doch noch gepackt und wir wollten uns nebst der schönen Strände das weniger bekannte Reserve  bei Manzanillo anschauen.

Vor 5 Jahren mussten wir wegen der zu matschigen Wege kapitulieren, zudem hatten wir uns auf den schlecht markierten Wegen verlaufen (merke: maps.me hilft), jetzt in der Trockenzeit sind sie ganz OK.

Ganz Ok habe ich gesagt, nicht hervorragend…

Anfangs findet man einige schöne Strände und Fotopalmen, vor allem die Ticos nutzen diese Buchten als Badeplätze.

Markus nennt es „Kletterefeu“
Es bizeli was a Tier hömmer au gseh

Ein wunderschöner Mirador nur 15 Minuten vom Parkeingang entfernt.

Playa Manzanillo

Hatten wir ursprünglich befürchtet, dass 5 Tage in Puerto Viejo langweilig werden, haben wir es am Ende kaum mehr als einen Tag an den Strand geschafft. Auch andere Sachen, wie z.B. das Jaguar Rescue Center oder Wasserfälle, die wir noch im Hinterkopf hatten, müssen auf den nächsten Besuch warten. Aber jetzt freuen wir uns erst Mal auf einige gemütliche autofreie Tage im Parque National de Tortugero.

Parque National de Cahuita

Der Parque National de Cahuita ist eigentlich gegründet worden, um das der Küste vorgelagerte Riff zu schützen. Auch kommen jährlich Wasserschildkröten zum Laichen an die Playas. Heute sind die Hauptattraktionen wohl eher Faultiere, Affen und Nasen- oder Waschbären, es gibt beide im Park. Die süssen Nasenbären, die mit ihren langen Nasen im Boden nach Essbarem wühlen

Nasenbären

und die frechen Waschbären, die mit ihren Masken im Gesicht an genau die kleinen Banditen erinnern, die sie auch sind. Sie durchwühlen ganz gerne mal einen Tourirucksack oder die Abfalleimer nach Esssbarem und sind der Hauptgrund, dass einige Parks in Costa Rica bereits verbieten, Essbares mitzubringen.

Genau wegen solcher Bilder gehören Essensverpackungen nicht in den Nationalpark, auch nicht in die Abfalleimer.
Waschbären, Ton aufdrehen….

Der Park hat zwei Eingänge, die Puerta Vargas, wo der Weg mit einem 2.5 km langen Boardwalk über Sumpfgebiet startet, bevor er rund 7 km am Meer entlang um eine Sandnase herum über Punto Vargas und Punto Cahuita nach Cahuita führt und einen zweiten in Cahuita, wo der Weg als breiter, ebener Sandweg beginnt, der zu Flipflops oder sogar Barfusslaufen verführt. Wären da nicht diese netten Gesellen.

Die kleine, süsse Viper ist tödlich giftig, nach einem Biss hat man anscheinend noch rund 1.5 Stunden, doof wenn das nächste Hospital 3 Stunden entfernt ist… naja, so haben wir wenigstens unsere Wanderschuhe nicht vergeblich mitgeschleppt.

Faultiere sind insbesondere morgens aktiv. Wenn man den Cahuita Parkeingang nimmt, kann man einfach jeweils nach oben schauen, wenn man eine Menschenansammlung mit Guide sieht.

einfach mal abhängen…

Spaziert man da nachmittags durch, muss man die Faultiere selbst finden. Ich habe dies am letzten Tag nochmals rasch gemacht, während sich Markus faul an die Playa geknallt hat. Das ist das Tolle hier, es gibt überall immer wieder Zugänge zum Meer.

Ich habe aber tatsächlich 6 Faultiere entdeckt, bin ziemlich stolz drauf.

Allerdings habe ich nur bei zweien von den faulen, verpennten Gesellen etwas vom Gesicht gesehen.

Yepee, zumindest mit sichtbarer Nase
eine Lücke in den Blättern
Öhm, nö, kein Faultier sondern ein Brüllaffe, dafür mit Gesicht. Aufgenommen, kurz bevor ich aus dem Park geschmissen worden bin, Schliessungszeit…
Gar nicht so einfach, die flinken Gesellen auf ein Foto zu bannen…
chillin‘
saying holà
definitiv ein Alphamännchen
Gegenlicht, dafür mit Baby

Ansonsten gefällt uns die Puerta Vargas Seite mit seinem Boardwalk am Anfang irgendwie besser. Der Spaziergang über den Sumpf durch den dichten Wald ist extrem spannend. Zumal wir dieses Mal auch viel Glück mit Faultieren und Affen hatten.

Und die Sichtung am zweiten Tag😁

nicht gerade freundlich
Dieselbe Pflanze wie oben
Bananenblüte
Kapuzineräffchen
Aguti

Am Ende des Boardwalks landet man am Meer.

Hier sitzt ein Faultier durchaus auch mal auf einer Palme, eigentlich seltsam, bilden Palmen doch keine Futterquelle für die pelzigen Tierchen.

Dann führt der teils sandige, teils steinige Pfad einige Kilometer dem Meer entlang, wunderschön. 

Blattschneideameisen

Der Punta Cahuita scheint ein Mussinstafotospot zu sein, voila:

Punta Cahuita
Badestop

Von hier gehts wieder etwas dem Meer entlang, über einen hässlichen Boardwalk und durch 2 Flüsse, wir haben aber nur einen bemerkt, der erste ist zur Zeit wohl komplett ausgetrocknet, Richtung Haupteingang Cahuita.

Einer meiner Lieblingsplätze für Fotos befindet sich direkt am Parkeingang. Am Fluss dort tummeln sich immer Vögel, Iguanas, Basilisks…

Iguana
Basilisk Weibchen
Männchen
Bootschnabelvogel
in Balzlaune

Puerto Viejo

Das hübsche Städtchen an der Karibikküste Costa Ricas hat jamaicanisches Flair, sogar etwas zuviel für unseren Geschmack; überall dudelt Reggae Musik.

Farbenfrohes Geld

Samstags bis spät in die Nacht, während an den Wochentagen um 9 gefühlt Zapfenstreich ist. Dafür sind die Nächte herrlich ruhig, ist auch gut so, gegen 5 wird man nämlich von Vogelchören geweckt, zumindest wenn der Güggel nicht wieder 3 und 5 Uhr verwechselt…

Auch die farbenfrohen Murales zeugen von karibischer Lebensfreude.

Ansonsten gibt es hier einige Restaurants, Cafes und Souvenirshops, hübsch aber nichts spekakuläres, aber wir haben es ehrlich gesagt auch kaum je bei Tageslicht und mit offenen Geschäften gesehen, die Umgebung bietet zuviel.

Eines der hübschesten Gebäude im Ort, leider keine Gelateria sondern die Wäscherei
Bücherkaffee
Mein persönliches Lieblingskaffee

Der Stadtstrand Playa Negra ist OK um mal eine Stunde zu chillen, für einen faulen Beachtag locken aber die Strände südlich Richtung Manzanillo einiges mehr.

Unsere aktuell grösste Herausforderung: ein Restaurant mit kleinen Portionen finden…. die Essensportionen hier sind so riesig. Wir gehen nicht mehr, wir rollen nur noch. Und eigentlich wäre es auch schön, mal wieder mit Hunger in ein Restaurant zu gehen.

Normaler Zmorge hier
Kleines Frühstück
Desayuno – Die Tourivariante
Auch mit Pancakes bleibt man nicht hungrig
Die leichte Variante eines Desayuno
Die hat mich sprichwörtlich gekillt…. Nach dem halben Teller war ich pappsatt und zwei weitere Personen wären anschliessend auch nicht verhungert….
Normales Casado (Tagesteller)
Dazu kommt man irgendwie gar nie…

Bienvenidos a Costa Rica

Sitze gerade gemütlich beim desayuno, was haben wir uns auf das Pinto (Reis mit Bohnen) gefreut! Nur, wir geniessen es nicht wie geplant in Puerto Viejo sondern in Porto de Limon, auch unser Hotelzimmer hat uns die letzte Nacht nicht gesehen…

Die 11.5 Stunden Direktflug waren extrem entspannend, endlich mal Zeit zum Nichtstun; herrlich. Die Schlange, oder besser der Pulk Menschen, bei der Immigration war dann weniger entspannend… Hat uns über 2 Stunden gekostet. Dank einem freundlichen, kommunikativen, belgischen, schwulen Pärchen, haben wir dafür coole Reisetupps für Brasilien erhalten, alles hat offensichtlich positive Seiten.

Adios Zurigo
Bienvenidos a Costa Rica
Immigration

Weniger positiv war dann die Fahrt, San Jose ist verkehstechnisch ein Moloch, Rush Hour und ein Unfall haben nicht gerade geholfen. Endlich aus dem Verkehrschaos raus, haben uns die hügelige Strasse entlang des riesigen NP Brailio Carillo wegen der mit teilweise 10km/h schleichenden Lastwagen und ein Regenschauer unsere Fahrplanung komplett gekillt. Zu Gunsten von Sicherheit, Müdigkeit und Pausen haben wir uns gegen 10 pm (unsere jetlaggeplagten Körper noch halb zu Hause, dort bereits 5 morgens…) kurzerhand für eine Übernachtung unterwegs in Limon entschieden.

Hotel Miami in Limon

Limon ist als zweitgrösste Stadt Costa Ricas eher eine Hafenstadt als ein Touristenmagnet. Der Stadtstrand ist nicht DAS Highlight, aber hey, es ist Meer.

Aber es gibt einen Parque Central, in dem zumindest gemäss Reise Know How mindestens ein Perezoso wohnt; also vamos und voila, kaum beim Parque angekommen, zeigt ein selbst ernannter Guide aufgeregt in die Baumkronen. Was für ein Start, da klettert nicht eins, sondern gleich 3 Faultiere rum, eins davon mit einem Jungen am Bauch.

Ein Fellknäuel im Baum
Ein Hoch auf eine anständige Kamera
Ganz nass das arme Ding
Grrr, Baby hinter den Blättern…
Hallo Baby

Ansonsten gibt es eine kleine bunte Fussgängerzone, einige schöne Kolonialgebäude,

Mercado Municipal
Post Office

spannende Murales und tolle Fruchtstände.

Langsam wird es aber Zeit, unsere Unterkunft zu suchen. Also, Räder unters Füdli und los gehts der Küste entlang. Stoooop, Affen!!!

Da haben wir zwar unser Hotelzimmer am Ankunftstag nicht gesehen, dafür schon wieder Tiere, wer will sich da beklagen? Doof nur, dass wir auf der Fahrt nach Puerto Viejo zuerst am Cahuita National Park vorbei fahren, resp. weil wir nach dem langen Flug nach Bewegung lechzen halt eben nicht vorbei fahren, sondern rasch einen Stopp reissen, nicht weil wir in der Mittagshitze auf viele Tiere hoffen, sondern einfach für einen gemütlichen Spaziergang.

Der rollstuhlgängige Boardwalk auf dieser Seite des Parks ist aber auch ultrabequem, zumindest solange man ignoriert, dass man von den Mücken beinahe gefressen wird, man merke, „Antibrumm nicht vergessen“. Der Steg führt über Sumpf, spannend und toll vom Bewuchs her…

Bananenblüten

Noch toller ist aber das Faultier, das gemütlich an einer Liane rumturnt.

Und am tollsten, dass es sein Junges dabei hat. Ein Foto ist zwar ein echtes Geduldsspiel, aaaber…

Wenns entweder an regenfreien Tagen plötzlich „regnet“ oder in den Bäumen verdächtig raschelt, kündigen sich Affen an. Die verspielten, agilen Kapuzineräffchen sind einfach drollig.

Am Ende des Stegs wartet der Playa von Punto Vargas.

Weiter gehts von hier aus auf einem Sandweg Richtung Punta Cahuita und Cahuita, aber eben, auf uns wartet immer noch ein Bettchen….

Bettchen Ahoi, nur leider hat Markus glatt die falsche Unterkunft gebucht….

Hotel Pura Vida Puerto Viejo

Doof gelaufen, kann passieren, es ist hübsch hier und als Entschädigung gibts Magic Muffins und Brownies in unserem Lieblingscafe.

Cabo Verde – Santiago, Praia

Ganz selten sind wir so planlos verreist wie diesmal. Wir können Kap Verde einfach nicht greifen, es scheint, als ob niemand als Individualreisender hierher kommt. Entweder scheinen die Leute in allinclusive Beachhotels unterzukommen, machen geführte Wanderugen oder als Kreuzfahrttouristen organisierte Tagesausflüge, nichts davon passt zu uns. Vamos a ver. Nach einem fantastischen Flug

landen wir kurz auf Sal um direkt nach Santiago weiterzufliegen. Hier verlassen uns bis auf 10 Nasen alle Passagiere, ab an den Beach heisst es für alle anderen wohl.

Üsers Nobelbettli
Safely arrived in Praia auf Santiago, dem Hauptort der Hauptinsel der Kapverdischen Inseln, Cabo Verde
Farbenfrohes Geld

Wir fliegen nach Santiago, der Hauptinsel und gehen es langsam an. Etwas faul auf dem Plateau rumschlendern, Kolonialbauten anschauen

Und auf dem Markt afrikanische Luft schnuppern. Der Mercado Municipal ist der älteste Früchte- und Gemüsemarkt, wunderschön mit seinen farbenfrohen Marktständen, auch traditionelle Medizin wird von den Kräuterfrauen verkauft.

Sowohl die Fischhütte wie auch die Fleischhütte sind wohl nicht jedermanns Sache. Man muss sich aber wohl keine Illusionen machen, auch teurere Restaurants und Hotels kaufen hier oder direkt bei den Fischern frisch ein. Fleisch und Gemüse gibt es in Supermärkten nur gefroren. Schlachten ist hier noch richtig Handwerk, im wahrsten Sinne des Wortes.

Es bizeli Kultur mit dem Präsidentenpalast und dem Blick über den Stadtstrand.

Eine wunderschöne farbige Treppe führt von der Altstadt auf dem Plateau hinunter zum Mercado Sucupira. Hier gibt es, hm, alles…

Kleiner überdachter Markt auf dem Weg hoch zum Plateau

Praia ist als Hauptstadt nicht direkt für Traumstrände bekannt, für einen Sundowner bei einer erfrischenden Brise bietet sich der Praia Quebra Canela trotzdem an.

Wie man sich hier verständigt? Im Vorfeld hiess es, englisch sei kein Problem. Ah ja, genau bis zu ersten portugiesischen oder creolischen Speisekarte, eine in englisch haben wir bisher nicht gesehen. Selbsternannte Tourguides quatschen einen auch schon mal auf Deutsch an, man merke sich, keine deutschsparchigen Reiseführer auf dem Tisch liegen lassen… Ansonsten verständigen wir uns mit eine. Kauderwelsch aus Englisch, Spanish und Portugiesisch, Hände und Füsse helfen auch, und dass die Lokalbevölkerung sehr nett und hilfsbereit ist, schadet auch nicht. Apropos Essen, wir können uns nicht beschweren. Die seltsam tönene Kathxupa, ein Eintopf aus Mais und Bohnen, schmeckt zum Frühstück herrlich.

Abends spielt in der belebten Fussgängerzone Live Musik, also belebt tasgsüber, um 22 Uhr scheint halboffizieller Zapfenstreich zu sein, das Ganze hier hat für uns einiges von Mittelamerika.

Santiago, Strassenmarkt in Assomada & Tarrafal (oder nicht)

Wir trauen uns vom „reichen“ Plateau runter in etwas einheimischere Quartiere, um unser Auto zu übernehmen. Aber auch hier, alles überraschend sauber und ’no bad feelings‘, wir fühlen uns sehr sicher in diesem Land.

Busbahnhof
Es Lädeli

Vamos, die sensationell ausgebaute Strasse, den Chinesen sei Dank, führt uns kurvenreich durch die spektakuläre Landschaft Santiagos ins Landesinnere.

Ein kurzer Stop am Mirador Picos

Da, der spitze Felsen etwas rechts von der Mitte ist er, der Picos Santiago
Voila, nicht vom Mirador aus, aber viel klarer
Einmal durchs charmante Städtchen Picos
Vorbei an der Kirche
Und über eines der allgegenwärtigen Maisfelder hinweg fotografiert

Und weiter zum bekannten Strassenmarkt in Assomada, der jeweils Mittwochs und Samstags stattfindet

Schatten spendende Blachen
Kein Ausstellungsstück, die Nähmaschine ist fleissig in Gebrauch. Auch massgeschneiderte Kleidung bekommt man auf den Märkten.

Nebst dem einfachen Strassenmarkt gibt es auch eine grosse doppelstöckige Markthalle, nur leider wird die gerade renoviert.

Markthalle

Auch hungern muss man nicht…

Getrocknete Shrimps

Die Fussgängerzone wiederum ist richtig hübsch und wie schon in Praia eine echte Fussgängerzone ganz ohne rollenden Verkehr, tja, die Afrikaner können das.

Bibliothek
Gelateria
Bis zu 20 kg schleppen die Frauen auf ihren Köpfen
Murales

Holà, was erspähen meine Augen? Noch einen Markt, ich liebe sie diese farbenfrohen Märkte. Nirgends spürt man schneller, wie ein Land tickt, als auf dem Markt.

Eingang zum Mercado
Kuhkopf
Man beachte die zum Abhängen aufgehängte Keule
Ich gestehe, es schmeckt himmlisch
Rückfahrt