Iceland – land of fire and ice

Das Seengebiet Myvatn mit seinem Mückensee macht seinem Namen alle Ehre, hunderte von kleinen Fliegen beehren uns direkt beim Aussteigen mit ihrem doch leicht aufdringlichen Besuch. Diese kleinen Biester haben auch für unseren zweiten grossen Lacher in Island gesorgt. Den ersten hatte ein Isländer provoziert, der bei schönstem Regenwetter mitten im Niergendwo sein Feld mit einem Fadenmäher bearbeitet hat, jetzt sind es Touris, die wegen einiger nichtstechenden Fliegen mit einigermassen idiotisch aussehenden Netzen über dem Kopf rumlaufen, die waren wohl noch nie im Australischen Outback;-) Dabei sind die kleinen Biester hervorragende Eiweisslieferanten, wobei Markus‘ Bilanz mit drei verputzen Fliegen definitiv besser ist als meine. Ich habe lediglich eine geschafft, die zweite habe ich Kostverschmäher versehentlich wieder ausgespuckt. Ein Foto dazu fehlt, habe mich dabei auf die idyllische Seenlandschaft mit dem Vulkan im Hintergrund beschränkt.

Pseudokrater
Wildgänse

Für den dritten herzlichen Lacher hat dann die Wegbeschriftung „difficult path“ für die hellblaue Route durch die Dimmuborgir Lava Formations gesorgt. Der Weg war zwar nicht gerade geteert und mit Stöckelschuhe hätte ich ihn auch nicht absolvieren wollen, aber schwierig? Weit gefehlt… Dafür waren wir dank Warnschild dann auch schön alleine, habens genossen.

So richtige Menschenmassen zieht hier aber definitiv der Gestank nach faulen Eiern an, schuld daran ist das Geothermiegebiet Hverir mit seinen rauchenden Fumaroles und blubbernden Schlammtümpeln. Gerade diesem Blubbertümpeln könnte ich wie hypnotisiert stundenlang zusehen und Markus damit irgendwann in den Wahnsinn treiben. Das ganze Setting erinnert aber auch etwas an das Vorzimmer zur Hölle.

Ob man die aus Game of Thrones bekannte Liebesgrotte „Grjotagja“ wirklich gesehen haben muss? Ich weiss nicht, aber im glasklaren tiefblauen, offensichtlich schön warmen Wasser baden wäre zu verlockend gewesen, leider ist dies aus Sicherheitsgründen nicht mehr möglich und wäre mit den nervigen allgegenwärtigen, wiewildselfieknipsenden und distanznichteinhaltenden, italienischen Reisegruppen wohl auch wenig romantisch.

Direkt oberhalb der Grotte befindet sich aber der eindrückliche Rift resp.die Schlucht, die die beiden Kontinentalplatten trennt.

Mir persönlich ist es unerklärlich, aber viele Touris packen die Highlights des sogenannten Diamond Circles wie Godafoss, Dettifoss, das Seengebiet Myvatn in einen einzigen Tag und machen auch gleich noch Halt in Husavik für eine Whale Watching Tour. Klar, kann man machen, wir selbst haben dazu aber glatte 5 Tage benötigt, wollten ja keinen 12-Stunden-Tag mit einem Hopp-on, hopp-off Fotoknipsprogramm abspulen, sondern die Spots geniessen, mal einen Walk machen, einen Kaffe trinken (bewusst trinken und nicht geniessen), eine nicht auf der Tourikarte vermerkte Aussicht bewundern und zwischendurch alles etwas setzen lassen.

Husavik ist DER Ausgangsort für Whale Watching. Ein Blick auf die windgepeitschten Wellen im Hafen hat mir aber vollauf genügt. Die Vorstellung, wie das dann im Fjord oder gar offenen Meer aussieht, wollte ich mir und vor allem meinem seekrankanfälligen Fischreiherfüttermagen keinesfalls antun. Alternativprogramm war ein Hafenspaziergang und Kirchenbesuch..

Byebye Akureyri und meine traumhafte geliebte Aussicht.

Morgen geht’s Richtung Süden. Mal abwarten, Markus hat sich da einen 4WD Track durchs isländische Hochland in den Kopf gesetzt, wird bestimmt spassig, habe da schon so meine Erfahrungen gemacht…

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