Sie nennen die wunderschöne Kolonialstadt auch la grande Sultana. Für uns ist sie neben Antigua in Guatemala und Cartagena und Guatape in Kolumbien eine der schönsten Kolonialstädte der Welt. Wie gemalt dominiert die fotogene Basilika beim Parque Central das Stadtbild.










Wir haben richtig Geld aufgeworfen und uns für 70 Stutz eine Suite im Selina geleistet, im zweitältesten Hotel der Stadt (also eigentlich ein Hostel), einem wunderschönen Kolonialhebäude mit Blick auf den Park, die Basilika, die Pferdekutschen und leider auch dem Gestank von Rössern und einem nicht benutzbaren Balkon, Taubenschisse lassen grüssen. Markus hat ab sofort richtig viel Glück.







Davor parkieren die ganzen Pferdekutschen, die Rundfahrten durch die Stadt anbieten, entweder für Romantiker, fussfaule oder auch einfach nur zur Unterstützung des lokalen Business.





So wunderschön die Stadt mit all ihren kolonialen Gebäuden auch ist, wir fühlen uns nicht wirklich wohl. Bettler wie auch Händler sind extrem aufdringlich, riechen teilweise nach Alkohol, tatschen einen an und fluchen auch mal hinerher, wenn man sie wegschickt. Ja, die Armut im Land ist teilweise heftig. Wir haben uns jeweils die Reste der häufig zu reichhaltigen Mahlzeiten einpacken lassen und verschenkt. Wenn derjenige dann die Box direkt öffnet, sich an Ort und Stelle am Strassenrand niedersinken lässt und zu essen beginnt, bekommt man doch Gänsehaut. Gefährlich wirkt es an sich nicht, aber nachdem an unserem letzten Tag in Leon einer aus unserem Hostel ausgeraubt worden ist und sogar ins Spital musste, wirken die menschenleeren Strassen hier abends unheimlich.




Tagsüber pulsiert das Leben, insbesondere auf dem Markt, aber so ab 7 werden die Trottoirs hochgeklappt, es wird ruhig und dunkel in den Gassen, irgendwie leblos. Es fehlt die Durchmischung von Touris und Einheimischen wie in der Studentenstadt Leon.




















Ansonsten ist das Stadtbild geprägt von wunderschönen kolonialen Prachtbauten,








Kirchen










und farbigen Häusern, wunderschön.



















Cafe de las Sonrisas – eine Institution, in der Menschen mit physischen Beeinträchtigungen eine sinnvolle Beschäftugung finden, entweder im Cafe, wo die gesamte Kommunikation wortlos erfolgt (klappt übrigens hervorragend) oder beim Weben von wunderschönen Hängematten.







Nach einem letztn Blick auf die drei wohl schönsten Gebäude verlassen wir etwas wehmütig Granada. Die Chance ist gross, dass wir diese wunderschöne Stadt zum letzten Mal gesehen haben, Nicaragua schreit nach jüngeren, abenteuerlustigeren Travellern, als wir es mittlerweile sind. Wohl auch deshalb haben wir viel zuviel in unsere letzten Tage hier reingepackt und uns selbst ziemlich „erledigt“, toll war es trotzdem. Morgen nehmen wir auf dem Weg Richtung Grenze noch den Markt in Masaya mit, der ist bekannt für sein Kunsthandwerk. Vielleicht finde ich nebst meiner 6.5 Kilo Hängematte sonst noch Souveniers…



Hey Marietta
Habt ihr die schönen Pferdekutschen auch benutzt, oder nur fotografiert? Wenn, dann nur zur Unterstützung der Wirtschaft, schon klar – aber so ein Bild mit euch 8n so einer Kutsche, das fehlt…
Ich werde auch grad ein bisschen wehmütig wenn ich mir vorstelle, dass du vermutlich nicht nochmals von einer Reise durch dieses wunderschöne, farbenfrohe Land berichten willst.
Liebe Grüsse
Carolina