„Wenn das en Tucan isch, bissi id Tischplatte“.
Eine eigentlich seltsame Aussage, gerade weil wir im Tortugero schwer auf eine Tucansichtung gehofft hatten. Aber zuerst erwarten uns die rund vierstündige Fahrt sowie der Bootstransfer zum Nationalpark. Die Fahrt ist landschaftlich sehr schön,




die spannenden Bananenplantagen aber bittersüss. Weil die internationalen Anforderungen an die Normgrösse stetig steigen, wird immer mehr Dünger eingesetzt, um grössere Früchte zu produzieren. Die Folge, der Boden wird schneller ausgelaugt, und deshalb immer wieder Regenwald für neue Felder gerodet, hässliche Bilder mit noch hässlicheren Folgen.






Dafür ist die Bootsfahrt einfach nur schön, auch wenn unser Kapitän ewigs nicht losfährt. Etwas doof haben wir beim Parking drein geschaut, heisst es doch überall 10USD pro Tag, wir haben mit 10’000 Colones aber rund das Doppelte bezahlt, tja, Tag ist nicht = Nacht…











In Tortugero waren wir zuerst etwas geschockt. Da ist einiges gelaufen, seit wir vor 5 Jahren während Corona hier waren. Lustigerweise, ist um 6 Sonnenuntergang, dann schliessen auch alle Läden mit Ausnahme der Supermärkte, direkt anschliessend ist Dinner Time. Gegen 7 spätestens um 8 schliessen alle touristischen Einrichtungen. Für die Touris ist dann Zapfenstreich und die Stadt gehört wieder den Einheimischen, Musik erklingt und in den Parks wird gegrillt.




























In unserer Unterkunft muss ich lachen, Markus hat sich beim Buchen anscheinend ein zweites Mal verklickt und versehentlich dieselbe Unterkunft wie auf unserer grossen Reise 2018 gebucht. Schön günstig und hübsch farbig, leider etwas sehr penetrant, wenns ums Andrehen von Touren geht. Das Ding ist zusammen mit zwei weiteren Unterkünftenn zu gross geworden, entsprechend gross sind die Gruppen auf den Touren.








Wir wollen unsere Kanufahrt wieder mit Ernesto machen. Der alte Tico ist ein Nachfahre der beiden ersten Familien auf Tortugero, eine kleine Legende und ein richtiges Lexikon an Wissen. Als wir ihn sehen, sind wir erst mal so richtig betroffen, er rollt uns im Rollstuhl entgegen. Anscheinend hat er aufgrund von Bakterien im Trinkwasser kürzlich ein Bein verloren, also Vorsicht beim Leitungswasser, auch wenn es in Costa Rica ansonsten trinkbar ist. Er ist aber guten Mutes, bekommt nächstes Jahr seine Prothese und rudern kann er immer noch, Pura Vida!



In der Nacht vor unserer Kanufahrt regnet es, und wie:

Die Kanufahrten (nicht mit den Kajakfahrten zu verwechseln) sind extrem gemütlich und haben etwas mystisches, sobal man in die kleinen, ruhigen Kanäle paddelt, die für die Motorboote gesperrt sind.

















Desayuno gibt es erst hinterher, schliesslich starten die Fahrten schon um 6.



Anschliessend lockt der Jaguar Trail.



Wir hatten immer auf Pfeilgiftfrösche gehofft, aber nie welche gesehen. Dank Ernesto wissen wir jetzt, dass die kleinen Ranas klingen wie Grillen, nur etwa 1cm gross und rot mit blauen Beinen sind. Zu finden am Anfang des Walks in den Wurzeln der Ficus Trees. Und halleluja, Markus hat Augen wie ein Luchs.




Später sehen wir auch Affen


Immer wieder Strandzugänge



Wir sind immer wieder fasziniert, ein einziger Baum stellt hier ein ganzes Ökosystem dar, man erkennt kaum noch, welche Blätter vom Baum selbst stammen und welches Symbioten sind.





Ein Night Walk ist immer etwas besonderes, sieht man doch nachtaktive Tiere, die sich tagsüber nicht zeigen. Wichtig, geschlossene Schuhe, lange Hosen und lange Ärmel, man schleicht ziemlich durchs Gebüsch und Spinnen, Schlangen und andere nette Tierchen lassen grüssen.









Unser Highlight natürlich der Rana de Ojos Rojos, was freue ich mich über diese gelungene Aufnahme.


Weil man immer wieder andere Sachen sieht, gönnen wir uns eine zweite Kanufahrt

















und gleich auch einen zweiten Marsch auf dem Jaguar Trail.













Doof nur, dass meine Kamera nach der Kanufahrt den Geist aufgibt. Egal was ich versuche, ich bekomme nur noch Fehlermeldungen, grrr…

Zum Glück, haben wir bis auf den Tucan an sich alles gesehen… aber Murphy lässt grüssen und das grossschnablige Vögelchen sitzt natürlich prompt jetzt auf einem Ast, schön fotogen am Posen während wir mit unseren Handykameras doof dastehen.

Jetzt ist guter Rat teuer…