Last Game Drives and bye bye Kenya

Wir haben uns entschieden an unserem letzten Wochenende nochmals zusätzliche Drives zu machen. Einerseits weil wir schlichtweg nichts verpassen möchten andererseits aber auch weil v.a. eine der beiden anderen Volunteers langsam ziemlich nervig wird, weil sie einfach nur faul ist, sich um alle Arbeit zu drücken versucht, zudem doof und auch noch laufend zu spät ist. Entsprechend gehts am Samstagmorgen kurz nach sechs Uhr mir unserem Guide Francis los. Und so schwierig die ganze Woche war, so einfach findet Francis noch in der Morgendämmerung den Ilkisiusiu Pride und an derselben Stelle auch den hinkenden weil verletzten Ron 2.

Bienenvolk

Kurz darauf sichten wir Selenkai mit ihren vier Jungen und freuen uns riesig darüber. Einerseits weil sie vor einigen Tagen in ein anderes Conservancy abgewandert ist und wir nich mehr damit gerechnet haben, sie nochmals zu sehen, andererseits aber auch weil wir gehört haben, dass eins der Jungen nicht mitkommt und vermutlich nur noch drei da sind. Alles nix, die vier sind putzmunter, tollen und klettern herum und wirken rundum gesund.

Zmorge ide Savanna

Leider bekommen wir anschliessend einen Anruf der Park Ranger mit der Info, dass eine Löwin tot aufgefunden worden ist umd wir sie identifizieren sollen. Somit ist unser Touriausflug frühzeitig beendet und in gedrückter Stimmung machen wir uns auf den Weg. Das Weibchen ist an Kampfverletzungen gestorben, vermutlich wollte sie ihre Jungen gegen zwei Löwenmännchen verteidigen. Unschön, aber Natur und wir sind froh, dass sie dem 17-köpfigen Moniko Pride angehört hat, welcher auch mit den verbleibenden 4 ausgewachsenen Weibchen noch geoss und stark genug ist, problemlos weiterbestehen zu können.

Der Drive ist anschliessend irgendwie gelaufen, aber wir sehen noch einige Büffel und sonstige spezielle kleine Sachen.

Mistkäfer

Abends gönnen wir uns etwas Luxus und verbringen die Nacht inklusive Morgendrive im Encounter Mara Camp (Asilia)!

Das Camp ist sensationell schön und mit unserem Guide Nicolas haben wir einen guten Griff gemacht. Kaum haben wir am Sonntag noch in der Morgendämmerung das Camp richtig verlassen, taucht am Horizont die Silhouette einer Löwin auf. Wir stossen auf den Enesiskiria Pride, welchen wir seit unserem ersten Drive hier nicht mehr gesehen haben. Drei Females mit ihren insgesamt 7 teilweise erst 4 Monate alten Jungen. Die Kätzchen haben nachts ein Gnu erlegt und sind gemütlich am fressen, wir können uns kaum sattsehen

Später sehen wir noch einige Elefanten und frühstücken in der Savanne

Föteli Zmorge einfügen

bevor wir nochmals zum Lionkill zurückfahren und den Hyänen und Geiern bei ihrer morbiden Tätigkeit zusehen.

„Wie die Geier“ bekommt plötzlich eine sehr bildliche Bedeutung

Anschliessend gehts zurück in unser eigenes Camp, wo wir kurz etwas essen, alle unseren noch ausstehenden Aufgaben erledigen und am späten Nachmittag nochmals losfahren. Als erstes sehen wir eine Löwin,

welcher wir folgen und dabei plötzlich über eine Cheetah mit einem Jungen stolpern. Anhand von Fotos identifizieren wir sie als Naborr, welche offensichtlich ewig nicht gesehen worden ist und niemand sicher war, ob sie noch lebt. Die Freude ist gross. Sie lebt nicht nur, sondern hat offensichtlich auch das jüngste Cheetahjunge des Conservancys; nach der tot aufgefundenen Löwin von gestern ist das ein richtiger Aufsteller.

Morgen machen wir noch einen letzten Morgendrive, bevor wir uns an die Fahrt nach Nairobi wagen, wir hoffen, der Fluss hier ist passierbar, heute war ers nicht.

Dann heissts für uns bye bye Kenia und Hallo faule Tage am Strand von Zanzibar!!

War ja irgendwie klar, dass unsere Reise nach Zanzibar nicht ganz reibungslos ablaufen kann. Zuerst mal die komplett unterschiedlichen Zeitangaben bezüglich Abreise. Zuerst hiess es 11.00, dann 12.30 und wir dachten schon, wir erwischen entweder einen früheren Flug oder haben in Nairobi Stunden totzuschlagen, weit gefehlt. Wir sind natürlich erst nach dem Lunch los, kaum aus dem Conservancy draussen, mussten wir in Knailale erstmal glatte 2 Stunden auf unseren Pickup warten.

Glücklickerweise war Markttag…

Nach gut zwei Stunden Fahrt müssen wir stoppen, Stau! Einer der Mitfahrer steigt aus, um die Ursache auszukundschaften, die News sind verheerend. Die ganze Strasse ist überflutet und knietief unter Schlamm, vom Grasland von links her laufen weiterhin ganze Bäche auf die Strasse. Nach eineinhalb Stunden dann die gute Nachricht, die Trucks zur Strassenräumung sind da! Eine halbe Stunde später dann die Hiobsnachricht, der Trucker ist „abgesoffen“. Unser Flug? Vermutlich Essig… Letzte Alternative, ein anderes Fahrzeug kommt von Nairobi her, wir watscheln mit unserem Gepäck auf dem Buckel ca. gut einen Kilometer im Dunkeln durch den Schlamm, hüpfen rein und rasen nach Nairobi zum Flughafen. Eine Minute vor Checkinclosing sind wir am Schalter, das erste Gepäckstück können wir noch regulär aufgeben, beim zweiten ist der Flug closed. Wir rennen durch den Flughafen, speeden aufs WC ( das konnten wir nämlich geschlagene 10 Stunden nicht mehr) entern das Flugzeug, doors closed und take off at Midnight! Thousand thanks to Bernard, Anthony and their rescue team for making it possible!

Kenyan organisation might not always be perfekt, but the friendly and helpful people were more than perfect to us!

Zanzibar

Nach dem Horrormontag sind wir am Dienstagmorgen gegen 3 in unserer Unterkunft am Strand von Paje angekommen. Auf uns warten jetzt einige herrlich faule Tage am Strand, darauf hat vor allem Markus seit Weihnachten gewartet!!

Ndame Beach Lodge
Und immer wieder Wandmalereien

Beach bei Vollebbe

Markus already got himself the nickname „Simba“, which means lion in swahili, because of his bunch of hair and the growing beard, however he shaved immediately…

Nach zweieinhalb richtig faulen Tagen am Strand schaffen wir zumindest ein Abendessen im „The Rock“, einem meiner weltweit liebsten Restaurants. Die Lage auf dem Korallenfelsen ist einmalig, bei Ebbe kann man rauslaufen, bei Flut benötigt man ein Boot.

Zanzibars Hauptstadt Stone Town ist eine faszinierende Mischung aus Afrika und Orient, allerdings ist ein Stadtbummel bei über 30 Grad extrem schweisstreibend.

Geburtshaus Freddy Mercury

Stonetown Cafe

Souvenier Shopping

Seaweed Farming on Zanzibar

Tja, wir sind am Ende unseres sechsmonatigen Trips angelangt, heute abend gehts nach Hause und wir freuen uns darauf. Was ursprünglich als Trip durch das relativ übersichtliche und für uns komplett unbekannte Mittelamerika geplant war, hat sich als abenteuerliche und fantastische Reise über vier Kontinente herausgestellt. Angefangen mit einem ungeplanten, aufgrund von Fluganullationen erzwungenen Stopp in Miami, über das wunderschöne, vielfältige und absolut empfehlenswerte Kolumbien mit all seinen picuresken Kolonialstädten über das für uns eher enttäuschende Panama, weiter via Road Trip durch Costa Rica, eines der Highlights unserer Reise und wohl auch eines der interessantesten und abwechslungsreichsten, leider aber auch teuersten Länder, die wir je bereist haben. Nicaragua hatte anschliessend einen schweren Stand, auch wenn die Kolonialstädte Granada un Leon wunderschön waren, ist die gesamte touristische Infrasturlur noch etwas rudimentär, so dass man weder Nationalparks noch Vulkanbesteigungen auf eigene Faust machen kann. Die anschliessend geplanten Länder El Salvador und Honduras haben wir aus Sicherheitsgründen dann doch nicht bereist und dabei gleich unseren Backup Plan Australien hervorgekramt. Wieso nicht Guatemala und Belize? Guatemala hat es unserer Meinung nach verdient, zu einem späteren Zeitpunkt mit frischen Augen bereist zu werden und in Belize wollten wir in erster Linie nach Caye Caulker zum Tauchen. Leider war nach meinem Unfall an tauchen nicht zu denken und Berichte von Sand Flies haben uns nach den Erfahrungen von Bocas zusätzlich abgeschreckt. Australien war erwarteterweise wunderschön, auch wenn die Great Ocean Road nicht sooo unser Ding war; zuviele Touris. Uns hats wie immer eher ins Landesinnere gezogen. Unser Volunteering Einsatz in der Mara Region in Kenia hingegen hat alle unsere Erwartungen übertroffen, wir kennen jetzt jeden Löwen und jede Cheetah im Naivosho Conservancy mit Namen. Zum Abschluss dann dreieinhalb verdiente Tage an den Traumstränden von Zanzibar.

Wir haben die Zeit so richtig genossen und unsere Batterien vollgetankt. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle, die diesen Trip möglich gemacht haben. Allen voran meinen Chefs Hampi und Markus für die Bewilligung des unbezahlten Urlaubs, meinem Teamkollegen Kaan, der während dieser Zeit einen Grossteil meiner Aufgaben übernommen hat, an Ewa unsere gute Fee, die unser Haus gehütet hat und an Madeleine mein Schwiegermami, die sich um unsere Post und in Notfällen auch ums Haus gekümmert hat. Und zuletzt an Caro und nochmals Madeleine, die wohl fleissigsten Leser- und Kommentatorinnen unsere Reiseblogs, was uns motiviert hat, diesen bis zum Schluss weiterzuführen, wofür wir dann in einigen Jahren, wenn die Erinnerungen im Kopf verblassen, bestimmt dankbar sein werden.

Jetzt freuen wir uns aber auf zu Hause und Freunde und Familie an unserer Welcome Home Party zu sehen! Bye bye and see you soon!