Stürmische Zeiten in Leon und für einmal sind damit nicht Revolutionäre sondern der Hurrikan Sara gemeint, der uns tagelang sturzbachartige Regenfälle beschert. Die Überfahrt von Ometepe war noch ruhig, aber dann… Alle Strassen überflutet, Sicht gleich null und wir kriechen mit 20-30 kmh, gut haben wir uns für eine frühere Fähre entschieden ind unser Monsterli unter dem Hintern.
Unser Hostal ist zum Glück hübsch und zentral gelegen und vor allem mit meinen geliebten Hängematten ausgestattet.
Ansonsten machen wir in und um Leon nicht viel, der Hurrikan verhindert jegliche Aktivitäten um und auf den umliegenden Vulkanen. Die Sicht ist so schlecht, dass sich die markanten Kegel noch nicht mal mehr erahnen lassen. Wir pilgern mehrheitlich von Cafe zu Cafe.
Zugegeben, auch mal von Bar zu Bar…
Perfekt ist das Wetter natürlich auch für den Mercado Municipal.
Hier auf dem Markt geniessen wir auch die bisher beste Mahlzeit in Nicaragua, einen Eintopf de Res con Tomate, Yucca y Platanos, liebevoll 4 Stunden lang im eigenen Saft geschmort. Hätte drin baden können und wie üblich hier, genügt eine Portion absolut problemlos für zwei.
Essen ist sowieso immer spannend hier, nix mit:“es gibt nur Reis mit Bohnen und Pollo“.
Der Mercado Publico ist samt Bushaltestelle leider grossteils überflutet und entsprechend ist vieles geschlossen.
In kurzen Regenpausen, resp. wenn es mal etwas weniger heftig runterprasselt, schlendern wir durch die Gassen. Die alten, farbigen Kolonialhäuser sind wunderschön.
Angeblich gibt es nur schon 17 katholische Kirchen in Leon…
Wir überlegen lange, ob wir nicht länger bleiben sollen, aber auch nachdem Sara abgedreht hat, bleibt es regnerisch und unberechenbar, die Vulkane sind nach wie vor nicht zu sehen, so dass ein allfälliges Hochgekraxel nicht mal mit der entsprechenden Aussicht belohnt würde. Die letzten Tage waren irgendwie geprägt von: “ Ziehe ich jetzt meine letzten trockenen Socken in die nassen Schuhe an, die grusig nassen nochmals oder die trockenen Schuhe, die dann auch wieder nass werden, genügen Schirm oder Regenjacke oder muss es wieder beides sein, das noch etwas feuchte Shirt oder das letzte trockene, lohnt sich duschen oder müffelt man nach dem Abtrocknen mit dem moderigen, nie trocknenden Handtuch mehr als davor…“. Wir haben genug und wir versuchen unser Glück weiter südlich..
Nur den Besuch auf dem Dach der Catedral de León lassen wir uns nicht entgehen.

