Eigentlich kann man über drei faule Strandtage gar keinen Blogbeitrag schreiben, zumal diese gar nicht geplant, sindern lediglich der miserablen Regenwettervorhersage in der Mara geschuldet sind. Bei über 90% all day Regenwahrscheinlichkeit macht Safari einfach keinen Spass mehr, da sind die Reservestrassen so aufgeweicht, dass Pirschfahrten ausfallen. Deshalb habe ich spontan entschieden, anstatt in die Mara an den Strand zu fliegen, die Safari nach hinten zu schieben, meinen Rückflug umzubuchen, einige Überstunden abzubauen und voilà decision taken. Eine ultrachaotische zeitlich sauknappe Fahrt zum Flughafen Nairobi, ein kurzer Hüpfer nach Mombasa und eine anstrengende Fahrt per Taxi später, alles brav mit Maske im Gesicht bei 30 Grad und 80% Luftfeuchtigkeit, bin ich im Paradies.
Drei Tage faul an der weissen puderfeinen Diani Beach an der Sonnne rumzuliegen hat definitiv etwas für sich. Auch wenn die Diani Beach wegen des vielen Seegrases und der Seeigel im Wasser leider nicht unbedingt mein Favorit ist,
fühle ich mich schon nach nur einem Tag so entspannt wie schon seit Monaten nicht mehr. Die Ruhe hier ist herrlich, keine Musik, kein Kindergeschrei der Nachbarn, kein Baulärm, nur das Rauschen des Windes in den Palmen und die Wellen – herrlich.
Sowohl Strand als auch Hotel sind beinahe menschenleer. In meinem, für meine Verhältnisse ungewöhnlich luxuriösen 60-Zimmer Resort befinden sich aktuell 7 Gäste, nur übers Wochenende füllen sich jeweils 10 bis 20 Zimmer, sagt der Hotelchef. Dafür werden die wenigen Gäste wie Könige behandelt. Weil ich am ersten Abend nicht im Restaurant oben sondern lieber an der Strandbar essen wollte, haben die mir extra einen Tisch am Strand gedeckt, das volle Romantikprogramm; hatte bei soviel Zusatzaufwand beinahe ein schlechtes Gewissen, aber nur beinahe…
Nachts haben sich freundlicherweise Meerkatzen darum gekümmert, dass ich mich nicht einsam fühle. Ich musste natürlich trotz Warnung unbedingt mit offener Balkontüre schlafen, morgens habe ich mich dann zuerst über das auf dem ganzen Boden verstreute Teemachzeugs gewundert. Erst der Anblick der aufgerissenen, zerkauten und leergefressenen Milchzuckerpäckchen habe ich die Übeltäter entlarvt.
Dabei wären die viel scheuheren und selteneren Colobus mit ihren weissen Mänteln viel spannender.
So, jetzt habe ich eben gehört, dass der Strand weiter nördlich seegrasfrei ist. Mal schauen, ob ich mich dazu aufraffen kann, weil übermorgen gehts ja schon wieder weiter…
Habe meinen Arsch hochbekommen und frei nach dem Motto „wer suchet, der findet“ tatsächlich beim Nomad nicht nur ein superschönes Beachrestaurant sondern vor allem auch einen herrlichen, beinahe seegrasfreien Strandabschnitt mit kristallklarem, türkisfarbenen Wasser gefunden.
Leider treibt der heftige Wind die folgenden netten Tierchen an den Strand, was mir mein Badevergnügen wieder vermiest…
Egal, morgen gehts ab ins Mara Gebiet und endlich auf Safari 🙂

